Johann Rudolph Glauber – eine Biografie
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Johann Rudolph Glauber war ein deutscher Chemiker, Apotheker und Autodidakt, welcher von 1604-1670 lebte und als Urvater der frühen Chemieindustrie gilt. In seinem Schaffen entwickelte er dabei seiner Zeit mehrere neue Verfahren zur Herstellung von Chemikalien. Sein Name und sein Lebenswerk sind durch das von ihm entwickelte Glaubersalz noch heute in den Apotheken überall präsent.
Lebenslauf
Johann Rudolph Glauber wurde als Sohn eines Barbiers in Karlstadt geboren und begab sich nach dem frühen Tod seiner Eltern auf Wanderschaft. Diese führte ihn unter anderem nach Basel, Paris, Marburg und Frankfurt, wobei er sich autodidaktisch das Wissen seiner Zeit zu eigenen machte.
In Gießen erhielt Glauber 1644 den Posten als Leiter der fürstlichen Hoff-Apotheken, welchen er jedoch aufgrund des Hessenkrieges 1646 aufgab und nach Amsterdam ging. Als der dreißigjährige Krieg endete, zog es Glauber zurück in die Heimat. Zuerst ließ er sich 1648 in Wertheim und anschließend ab 1651 in Kitzingen nieder, wo er Essig und Weinstein herstellte um seinen Lebensunterhalt zu verdienen.
Nach einem Rechtstreit 1656 verließ Glauber Kitzingen, erneut zog es ihn dabei nach Amsterdam, wo er sich große Laboratoriumsräume und ein Versuchsfeld für Getreidezucht einrichtete.
1660 erkrankte Glauber an einer seltsamen Krankheit, welche sich durch Lähmungserscheinungen und später auch in starker Gewichtsabnahme äußerte. Diese Krankheit schritt in den folge Jahren derart fort, das Glauber ab 1666 an sein Bett gebunden war und zwei Jahre später seine Laboratorien verkaufen musste um seiner Familie den Lebensunterhalt zusichern. Kurze Zeit darauf verstarb Glauber am 10. März 1670.
Johann Rudolph Glauber Werke und Wirkung
Glauber verfasste über seine Erkenntnisse 40 wissenschaftliche Werke in deutscher Sprache, welche ihm große Beachtung und Respekt für seine Arbeiten einbrachte. Allein in Amsterdam schrieb Glauber wohl mehr als 20 Bücher in denen er über seine chemischen Forschungen und Ergebnisse berichtete. Seine Abhandlungen erstreckten sich dabei sowohl auf die Herstellung als auch auf die Verbesserung des Herstellungsprozess von Chemikalien, welche er teilweise als Medizin einstufte und für die Behandlung einiger Krankheiten empfahl. Unter seinen Werken sticht eines jedoch hervor.
In “Des teutschlandes Wohlfahrt” verdeutlicht Glauber wie durch die Nutzung des Wissens um die chemischen und metallurgischen Prozesse, der Wohlstand der Bevölkerung Deutschlands dauerhaft gesichert werden könnte.
Glaubers Forscherdrang entsprangen seiner Zeit beispielsweise neue verbesserte Öfen und wirksamere Destillationsanlagen, aber auch Rührwerke, Glastrichter und Glasstöpsel für Säuren. Desweiteren Scheidegläser zum Trennen zweier Flüssigkeiten, sowie Verschlüsse für sehr flüchtige Stoffe. Diese Neuerungen führten dabei zu einfacheren bzw. besseren Herstellung vieler Chemikalien.
Die Liste der von Glauber hergestellten hochwertigen Chemikalien ist lang, so finden sich Schwefelsäure, Salzsäure oder auch Chlorwasserstoff unter seinen Errungenschaften. Zudem verbesserte Glauber z.B. Auch den Herstellungsprozess für konzentrierte Salpetersäure. Seine größte bzw. bekannteste Innovation aber war allerdings die Synthese von Natriumsulfat, das nach ihm benannte Glaubersalz, um 1625, das als Abführmittel diente und noch heute seine Anwendung findet.
Weiterführende Links und Quellen